Wittener Werkzeuge – Selbstpflege im Fokus
Die Wittener Werkzeuge sind ein umfassender Kommunikationsansatz mit den Feldern Patient Care, Self- und Team Care. Ausgehend von einer Beratungskonzeption werden seit 2008 die Felder entwickelt und implementiert. Die Arbeitsgruppe an der Universität Witten/Herdecke wird begleitet von dem Psychologen G.Bamberger und der Pflegewissenschaftlerin Dr. A. Zegelin. Die Werkzeuge sind den fünf Dimensionen der Kommunikation schauen, hören, fühlen, sprechen, tun zugeordnet.
Dabei stellen die einzelnen Werkzeuge keine neuen „Erfindungen“ dar, sondern sind altbekannte Herangehensweisen, wie Achtsamkeit, Berührung, Einlassung, Ermutigung und Mitgefühl. Die Selbstpflege wird gerade im Pflegeberuf oft vernachlässigt. Nicht nur der körperlich und psychisch fordernde Beruf, sondern auch vielfältige privat Verpflichtungen führen zu einer starken Belastung.
Durch kleine Sequenzen lassen sich Widerstandskraft und Wohlbefinden erhöhen. Im Workshop können einige Ideen zu den Self-Care Werkzeugen kennengelernt und selbst erprobt werden.
Die eigene Selbstachtung zu stärken, kann durch einen Blick in den Spiegel gelingen. Zuerst stechen die äußeren Merkmale ins Auge, doch je tiefer der Blick geht, desto mehr kann das Nachdenken darüber beginnen, wie ich zu dem geworden bin, der ich momentan bin. Was hat mich in der Kindheit geprägt, wie wurde ich sozialisiert? Was hat mich zu dem Entschluss geführt meinen Beruf zu erlernen? Bin ich glücklich mit meiner Lebenssituation?
Intuition kann helfen, in schwierigen Situationen für sich selbst richtig zu entscheiden. Mit sich selbst im reinen sein, auf sein Bauchgefühl hören. Privat und im Berufsleben gibt es immer wieder Situationen, bei denen es keine objektiven Kriterien gibt, nach denen eine Entscheidung klar zu treffen ist, da kann die Wahrnehmung der eigenen Intuition behilflich sein und zu einer stimmigen Entscheidung beitragen.
Lassen Sie sich von einer unbekannten Person die Hand auf die Schulter legen. Was empfinden Sie dabei? Ist es angenehm? Zu warm oder zu kalt? Ein eher unangenehmes Gefühl? In der Pflege werden täglich diverse Berührungen gegeben und empfangen. Ohne Berührung kann es keine Pflege geben. Doch wie ist es für mich diese Berührungen zu geben und zu empfangen? Dabei unterstützt das Werkzeug der Selbst-Spürung. Denn Berührung bleibt nicht auf der körperlichen Ebene, an der Hautoberfläche stehen, sondern berührt auch immer Geist und Seele. Zur Unterstützung der Selbst-Spürung kann es hilfreich sein, eine der klassischen Entspannungstechniken zu erlernen und anzuwenden.
Bei der Selbstermutigung steht die Besinnung auf die eigenen Stärken und das, was mir Kraft gibt im Vordergrund. Seine eigenen Erfolgserlebnisse feiern und sich daran erinnern, gibt Kraft für die zukünftigen Aufgaben.
Den Tag mit einem Geschenk an sich selbst beginnen, beispielsweise einer in Ruhe genossenen Tasse Kaffee kann zur Selbststärkung beitragen. Sich in der Hektik des Alltags Zeitinseln schaffen, für das eigene Wohlbefinden Verantwortung übernehmen. Im beruflichen Kontext kann dazu auch das Instrument der kollegialen Beratung hilfreich eingesetzt werden.